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Die oft erzählten Märchen zum Butzweilerhof finden Sie hier.
Die Kölner hat von Anbeginn der Luftfahrt großes Interesse an der neuen Technik. In der Entwicklung gab es aber immer wieder diverse Flugbeschränkungen wegen des Festungsrings der rund um Cöln verlief. Trotzdem versuchten sich Kölner am Flugzeugbau. Schließlich würde man ja in zukunft nicht mit dem Pferd, Fahrrad, Automobil zur Arbeit fahren, sondern in seinem eigenen Flugzeug zur Arbeit fliegen..... Um die Technik des Fliegens zu begreifen, erprobten einige Konstrukteure ihre Maschinen auf freien Flächen. Eine davon waren die Grünflächen des Bauernhofs Butzweiler Hof. Nachdem dort aber eine Fliegerstation gebaut werden sollte, mußten sich viele Flieger, wie Arthur Delfosse, einen anderen Platz suchen und gingen z. B. auf die Merheimer Heide in Köln-Merheim. Die Flugschule Bruno Werntgen ging nach Bonn-Hangelar.Wegen der Sperrung des Butzweiler Hofs für die zivile Luftfahrt richtete der „Kölner Club für Luftschiffahrt“ (KCfL) 1912 ein Protestschreiben an die Deutsche-Nationalversammlung.

     Die Fliegerstation Cöln Butzweilerhof
 
Lage der Fliegerstation Butzweilerhof1908 beabsichtigte man in Köln ein ziviles Fluggelände zu errichten. Nachdem in Berlin-Johannisthal bereits 1909 die erste Fliegerschule Deutschlands gegründet wurde, konnte erst 1912 in Cöln der Grundstein zur Fliegerstation bzw. zum (späteren) Flughafen Butzweilerhof gelegt werden. Die Schwierigkeiten lagen darin, dass sich die Militärbehörde wegen des Festungscharakters bzw. des zivilen Überflugverbots der Domstadt nicht zu einer Zusage entscheiden konnte. Mit der Errichtung einer Militärfliegerstation (1912) entfiel diese Ablehnung. Trotzdem wurde in Köln von Luftfahrtpionieren konstruiert und geflogen.



Am Sonntag den 15.09.1912 wurde der „Grundstein“ zur Fliegerstation bzw. zum späteren Flughafen Köln Butzweilerhof gelegt.


Soldaten der Fliegerstation an der Haltestelle
Zu den im Westen des Deutschen Reiches im Vorjahr in Darmstadt, Straßburg i. Elsaß und Metz errichteten Militär-Fliegerstationen sollte eine weitere in Köln errichtet werden. Nach diesem Beschluss setzte man sich wegen der Anlage eines Flugplatzes mit der Stadt Köln in Verbindung. Zwischen dem Reichs-(Militär)-Fiskus, vertreten durch die Intendantur des VIII. Armee-Korps, und der Stadt Köln, vertreten durch den Beigeordneten Dr. Matzerath, wurde ein Vertrag über Verpachtung eines Geländes am Butzweiler Hof abgeschlossen, der die Genehmigung des Kriegsministeriums und der Körperschaften der Stadt Köln erhielt. Das Gelände Butzweiler Hof wurde von der Stadt Köln auf 20 Jahre an den Militärfiskus verpachtet, der hier eine Fliegerstation mit zwei Flugzeughallen, einer Werft, Tankanlagen und Unterkunftsbaracken errichten wollte.


Die Wiesen des Butzweiler Hof wurde danach für den zivilen Flugbetrieb gesperrt.


Auf Anregung des „Cölner Clubs für Luftschiffahrt“ (CCfL), behielt sich die Stadtverwaltung aber das Recht vor, im Einverständnis mit dem Kommandeur der Fliegerstation, Flugveranstaltungen auf dem Platz durchführen zu können.

Eine Bedingung für die Einrichtung einer Fliegerstation in Köln war u.a. die Forderung des preussischen Staats in der Nähe des Flugplatzes eine Haltestelle der öffentlichen Verkehrsmittel für die Soldaten der Fliegerstation einzurichten. Diese Haltestelle lag wahrscheinlich östlich der heutigen Straßenbahnüberführung an der Butzweilerstraße. Dabei handelt es sich um die Endhaltestelle der heutigen Straßenbahnlinie 5.

Die Werfthalle der zukünftigen Fliegerstation
Cöln Butzweilerhof im Bau.



Die bisher beim Verkehrsoffizier vom Platz in Köln befindlichen Pläne und Aufzeichnungen für die vorgesehene Fliegerstation am Butzweiler Hof wurden am 1. Dezember 1912 durch das eingetroffenen Vorkommando übernommen. 1913 wurde in gemeinsamer Arbeit mit den militärischen und baubehördlichen Dienststellen die Aufträge zum Bauen vergeben. Es entstand eine Flugzeugwerft, eine Kraftwagenhalle und vier freitragende Flugzeughallen in den Ausmaßen von je 22 x 60 Meter, zwei unterirdische Betriebstoffanlagen sowie ein Bremsstand.

Für die Unterkunft der Truppe wurden eine Wirtschaftsbaracke, eine Geschäftszimmerbaracke und zwei Wohnbaracken für Unteroffiziere und Mannschaften errichtet.
 


Die Werfthalle nach der Fertigstellung zwischen den beiden Flugzeughallen. Noch fehlt der Scheinwerferturm hier links vor der Werft.
Wirtschaftsgebäude auf dem Butzweilerhof. Links im Bild die Ostseite der Werft, rechts die Butzweilerstraße.
Die Hauptwache der Fliegerstation von der Butzweilerstraße aus gesehen.
Das erste Kasino der Fliegerstation. (Manche Traditionen ändern sich nie....)

Links: Lt. Zimmer-Vorhaus und Major Hantelmann (der spätere Direktor des Flughafens) vor der "Cöln IV"    
Das deutsche Reichs-komitee zur "Nationalen Flugspende des Jahres 1912" rief in diesem Jahr zur Spende auf. Aus dieser Spende sollten Gelder für die Ausbildung von zahlreichen Mittellosen zu Flugzeug-führern sowie Geldpreise für Flugleistungen bereitgestellt werden. Die Kölner spendeten für das militärische Flugwesen ca. 101 000 Mark, die Kaiser Wilhelm II. für die Militär-Fliegerstation Köln bestimmt. Von diesem Geld wurden fünf „Albatros-Tauben“ gekauft, die auf dem Butzweilerhof stationiert wurden. Die Maschinen waren gekennzeichnet als: „Cöln I“, Cöln II“, „Cöln III“, „Cöln IV“ und „Cöln V“. Im Lauf der Zeit flogen Rumpler-Taube mit den folgenden Werksnummern am Butzweilerhof: A5, A 41, A 43, A 46, A 47, A 50, A 52, A 53 und A 124.









Links:
Innenaufnahme der Halle 1 oder 2.
In der Halle stehen mehrere Flugzeuge vom Typ Rumpler-Tauben. Leider ist nicht bekannt, ob es sich um die Halle 1 oder 2 handelt.





Rechts:
Eine seltene Aufnahme vom Dach der Werft auf die Baracken und ein kleines Wäldchen im südlichen Teil des Flugplatzes. Rechts vor den Hallen stehen drei Albatross-Flugzeuge.

Für die Überlassung dieses Bildes sowie des Bildes "Wache der Fliegerstation" möchte ich mich noch einmal bei Terry Phillips bedanken.

Am 1. April 1913 traf die 1. Kompanie des Flieger-Bataillons 3 auf dem neu errichteten Kölner Flugplatz Butzweilerhof ein. Die 2. Kompanie wurde in Hannover, 3. Kompanie in Darmstadt stationiert.
Die Fliegerstation Cöln Butzweilerhof nahm ihren Dienst auf.

 
Sie war mit ihrem Führer, Hauptmann der Flieger Wilhelm Goebel, den vier Stammoffizieren Leutnant August Joly, Leutnant Pfeifer und Leutnant Hans, Jochen Siber sowie 30 Unteroffizieren und Mannschaften sowie sechs Zivilarbeitern besetzt. Gleichzeitig trafen Mannschaften der Infanterie, vor allen der Garde ein.

Anmerkung: Die Rangliste der preußischen Armee vom 6. Mai 1913 nennt nur Hantelmann und Joly als in Köln stationierte Offiziere, Hans Jochen Siber ist nicht genannt.

Die ersten Flugzeuge wurden per Bahn und LKW nach Köln gebracht.


Die Fliegerabteilung unterstand dem zweiten Stabsoffizier der Fliegertruppe und Kommandeur der Fliegerstationen des Westens (Darmstadt, Straßburg, Metz), Major Siegert, in Metz.

Major Siegert war am 17.04.1914 bereits Kommandeur des Flieger-Bataillons 4.
Unter Leutnant August Joly, der 1912 seine Flugausbildung in Johannisthal erhielt (Flf.-Schein N.235), setzte nun in Köln der große Flugbetrieb ein. Hier wurden Heeresangehörige zu Flugzeugführern und Beobachtern ausgebildet. Unter den zahlreichen nach Köln kommandierten Offizieren und Unteroffizieren waren u. a.: v. Richthofen, Voss, von Borcke, v. Blomberg, Behrenz, die sich durch gute Leistungen auszeichnen.
Flugmaschinen waren damals noch eine Sensation. Somit waren auch immer Beobachter im Umfeld der Fliegerstatin zu finden. Bei Flugunfällen waren daher sofort freiwillige Helfer zur Stelle.
Nachdem 1913 die fünf Rumpler Taube auf der Fliegerstation Butzweilerhof eintrafen und zusammengebaut waren, began man mit der Ausbildung der Piloten. Das Flugzeugmodell Etrich-Taube, gebaut von den Rumpler-Flugzeugwerken, war für zwei Piloten ausgelegt.
Die hier gezeigten Fotos wurde in Sichtweite der Fliegerstation Butzweilerhof gemacht, ungefähr dort, wo sich heute die Straßenbahnbrücke der Linie 5 befindet.
Länge 9.9 m
Spannweite 14.3 m
Höhe 3.2 m
Leergewicht 650 kg
Maximalgewicht 850 kg
Motor 4-Zylinder Argus
oder 6-Zylinder Mercedes Typ E4F
Leistung 100 PS
Maximalgeschwindigkeit 100 km/h
Reichweite 140 km
Dienstgipfelhöhe 2000 m
Waffen Gewehre und Pistolen
Bomben von Hand abgeworfen (2kg)
Bei dieser Landung mit Kopfstand konnten die Schaulstigen sofort helfen und die Flugmaschine wieder herum drehen. Der Pilot hatte diese Landung gut überstanden.
Mit vereinten Kräften wurde die Rumpler Taube wieder herum gedreht. Interessant ist auf diesem Foto, dass hier fast nur Zivilisten mithalfen. 
Nachdem der Vogel auf seinem schwer beschädigten Fahrwerk stand, wartete die Maschine auf den Rücktransport. Links im Hintergrund sind Scheunen des Bauernhofs Butzweiler Hof zu sehen.
Wie auf diesem Foto zusehen ist, wurde die Rumplater Taube mit einer Art Karren zurück zur Fliegerstation gebracht. Mit dabei natürlich die "Rettungsmanschaft". 
 
Startvorbereitungen
Start von der Fliegerstation Butzweilerhof
Am 05. April 1913 landete Leutnant August Joly vom Flieger-Bataillon 3, Köln Butzweilerhof, als erster mit seiner Rumpler-Taube auf einem kleinen Platz zwischen der Kommandantur und einem Munitionsschuppen auf dem Schießplatz der Wahner Heide, da noch kein Flugzeugschuppen vorhanden war.
Dies dürfte als Beginn des Flughafen Köln-Wahn gelten.
Joly sollte einen geeigneten Landeplatz erkunden. Zum Rückflug nach Köln startet Joly jedoch von einem größeren Platz im Süden der Kommandantur. Er flog noch mehrere Male von Köln nach Wahn zum Fotografieren des Scharfschießen.
Die Leutnante August Joly (Flugzeugführerschein Nr.235) und Hans Jochen Siber (Flugzeugührerschein Nr.236) waren im April 1913 mit Oberleutnant Maximilian Hantelmann (Flugzeugführerschein Nr.223) (ab 1926 Flughafenleiter auf dem Kölner Flughafen) an den nun einsetzenden Vorbereitungen für die Errichtung einer Flieger-Nebenstelle auf dem Schießplatz Wahner Heide beteiligt.
Vom Butzweilerhof sollten Flugzeuge als Beobachter zur „Artilleriefliegerstation Wahn“ entsandt werden. Erst ab Mai 1913 konnten vom Flugplatz Köln Butzweilerhof aus ein bis zwei Flugzeuge zu den Schießübungen bei Wahn fliegen.
Dort wurde eine kleine Halle (Maße 18x22 m mit Anbau von 7x10 m auf bei den Längsseiten) für zwei Flugzeuge und eine Startbahn von 150 m Länge, in nordsüdlicher Richtung verlaufend, fertig gestellt.
Die Monteure wurden jedes Mal vom Butzweilerhof aus im Flugzeug mitgebracht und abends, nach Beendigung des Flugdienstes, wieder mit zurückgenommen, da die Flugzeuge nur auf dem Butzweilerhof aufgetankt und gewartet werden konnten.
Die Verständigung zwischen der schießenden Artillerie und dem von ihr gestellten Beobachter im Flugzeug war mit Funksprechgeräten noch nicht möglich. Die Beobachter gaben ihre Meldungen an die schießende Batterie durch Leuchtpistolen mit verschiedenen Farben weiter. Nach einiger Zeit funktionierte das Schießen mit Beobachter reibungslos.
 
 
  
Wachmannschaft der Fliegerstation
drei Flieger, ein Unteroffizier
Im April 1913 wurde der „Fliegerstation Cöln“ eine Unteroffizier-Fliegerschule angegliedert, in der u. a. als Fluglehrer bis Kriegsausbruch folgende Lehrer tätig waren:
Uffz. Hermann Steindorf (Flugzeugführerschein Nr.335), Thornak, Stephan, und Czipa.
Vizefeldwebel Willy Cymera kam von der 11. Komp. Inf. Regt. 53 (Köln-Kalk) zum Flugplatz Köln Butzweilerhof.


"Gruß vom Flugplatz Köln Butzweilerhof"


















Vom 12. – 14. Mai 1913 fandt am Oberrhein der „Prinz-Heinrich-Flug 1913“ statt. An diesem Zuverlässigkeitsflug nahmen auch die in Köln auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof stationierten Leutnante August Joly und Maximilian Hantelmann sowie Oberleutnant Hermann Kastner teil.
In Koblenz war zu dieser Zeit Fahnenjunker Oswald Boelcke stationierte, der bei dieser Veranstaltung als unparteiischer Zeitnehmer eingesetzt war. Er erlebt alles aus nächster Nähe und lernt auch die meisten Flieger kennen.
 
12. Mai 1913
10:00 Uhr
Die ersten Prinz Heinrich-Flieger traffen aus Kassel ein. Nachmittags fand ein Schaufliegen statt.
 
13. Mai 1913 Der Rest der Prinz Heinrich-Flieger trifft ein. Nachmittags großes Schaufliegen, wozu auch das Zeppelin-Luftschiff Z II aus Köln kommt. Es finden Passagierflüge für 50 Mark (!) statt.
  
14. Mai 1913 Start der Flieger nach Karlsruhe, zu dem der Zeppelin „Viktoria Luise“ aus Frankfurt erscheint.
Sieger: Leutnant Canter auf Rumpler-Taube erhält den Ehrenpreis des Kaisers.
  



 
   
Übungsflug im Kölner Luftraum

Der abgeschlossene Pachtvertrag über das Gelände Butzweilerhof 15. September 1912 wurde am 29. Mai 1913 durch einen Kaufvertrag abgelöst, in dem der Stadt Köln aber ein Rückkaufsrecht zugesichert wurde.


Vom 24. - 25. Mai 1914 fand unter Mitarbeit - bei Vorbereitung und Durchführung - auch des (zivilen) „Cölner Clubs für Luftfahrt“ der zweite „Prinz-Heinrich-Flug“ 1914 auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof statt. Es handelte sich um einen großen internationalen Wettbewerbsflug für Militär- und Zivilflieger.
Teilnehmer u. a.:
Olt Hermann Kastner, Olt. Maximilian Hantelmann, August Joly, Pfeifer, Zimmer-Vorhaus, von Borcke, Aumann und Rohde.

Auch Prinz Heinrich von Preußen war auf der Fliegerstation anwesend und trug sich in das Gästebuch ein.
Neben hohen Stabsoffizieren war auch preussische Kriegsminister v. Falkenhayn sowie der Inspekteur des Militärischen Verkehrswesens, Generalleutnant Messing? (unleserlich) anwesend.

Der zweite Teil des Wettbewerbs vom Vortag - eine Aufklärungsübung - schloß mit der Landung der Teilnehmer auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof.
Zum Ende des Wettbewerbs landeten die Maschinen bei Sonnenuntergang.
Der Kölner Ballonfahrer Hans Hiedemann erhielt während des„Prinz-Heinrich-Fluges“ (1914?) des Namen „Exzellenz“.

Anmerkung: Prinz Heinrich, ein eifriger Förderer des deutschen Flugwesens, erwarb am 28.11.1910 mit 48 Jahren das Pilotenzeugnis Nr.38 auf einem Euler-Doppeldecker mit Gnóme-Motor.  Sein Fluglehrer war August Euler, der Inhaber des ersten deutschen Flugzeugführerscheins. Der Prinz verstarb am 20.4.1929.


Nachtflug im Kölner Luftraum

Der Adjutant des Stabes/Flieger-Bataillon 3, Oberleutnant Hermann Kastner, führte im Sommer 1914 vom Flugplatz Köln Butzweilerhof die ersten Nachtflüge im Pendelverkehr Köln-Neuß und zurück mit Erfolg aus, was eine besondere fliegerische Leistung war und sich später im Kriege als sehr nutzbringend erwies.
 



   


1914 wurde auf dem Flugplatz Hangelar die kleine Flugzeughalle geschlossen.
Werntgens Pilotenschule wurde liquidiert, Flugzeuge und Material der Festung Köln unterstellt und wahrscheinlich zum Butzweilerhof verlagert.


   
 
  

Oben: Die Fliegerstation mit den Hallen 1 und 2, der Werft, dem Stabsgebäude (?), sowie Lehrgebäuden und Kantine (?). Wo das Stammpersonal und die Soldaten der einzelnen Lehrgänge untergebracht waren ist leider nicht mehr bekannt.

Nachfolgend eine Luftaufnahme der Fliegerstation aus dem Jahr 1918. In diesem Jahr hat die Fliegerstation Ihre größte Ausdehnung. Im Hintergrund Stellungen der Mengenicher Front des Kölner Festungsrings.

 
 
Flieger-Wetterkunde von Dr. Oskar Prochnow




Zur Luftfahrt gehört natürlich auch die Wetterkunde. Dieses wichtige Lehrfach in der Fliegerei wurde in Cöln von Dr. Oskar Prochnow unterrichtet der später diverse Naturkundebücher veröffentlichte.
 

   
Anmerkung / Märchen zum Butzweilerhof:
Lageplan Luftschiffhalle Fliegerstation ButzweilerhofEs ist immer wieder zu lesen, dass die Luftschiffhalle auf dem Butzweilerhof errichtet wurde. Dies ist definitiv falsch. Leider wird diese bewußte Falschdarstellung immer wieder übernommen. Es kommt auch vor, dass sachlich richtige Artikel um dieses Märchen "erweitert" werden. Deshalb bitte ich Journalisten, die sich auf dieser Seite informieren, bei ihrer zukünftigen Arbeit auf korrekte Darstellung historischer Zusammenhänge zu achten.


Tatsache ist:
1) Die Luftschiffhalle wurde in Bickendorf errichtet, der Butzweilerhof liegt in Ossendorf.

2) Der Reichsluftschiffhafen wurde 1909 gebaut. Zu dieser Zeit war der Butzweiler Hof ein Bauernhof. Die Fliegerstation Butzweilerhof ging erst 1913 in Betrieb. (Butzweiler Hof = Bauernhof, Butzweilerhof = Fliegerstation/Flughafen)

3) Es ist keine Grundbesitzurkunde bekannt, die besagt, dass das Gelände der Luftschiffhalle auf dem Grundstück des Bauernhof Butzweiler liegt. Selbst wenn dies so währe, darf nicht der wiedersinnige Eindruck entstehen, dass die Halle auf dem Grundstück der Fliegerstation liegt.

4) Der Butzweiler Hof war immer ein Bauernhof - nie ein Gutshof. Ein Gutshof hat ein Herren- und ein Gesindehaus. Auf allen bekannten Fotos des Butzweiler Hofs ist nur ein Haus zu erkennen.

5) Kaiser Wilhelm war nie an der Luftschiffhalle in Bickendorf.

6) Manfred von Richthofen besuchte die Fliegerstation Butzweilerhof erst im Jahr 1915 um an einem Luftbeobachterlehrgang teilzunehmen.

7) Der Jungfernflug der Ju 52 fand im März 1932 statt. Somit konnte diese Maschine als nicht das Standdardflugzeug der 20er Jahre sein.

8) Auf dem Butzweilerhof stand nie eine Luftschffhalle.

9) Die Geschichte der Kölner Luffahrt begann nicht erst 1909 sondern bereits 1785.

10) Graf Zeppelin schaffte es mit seinem Luftschiff Z II bereits beim zweiten Versuch in Cöln zu landen.

11) Graf Zeppelin (Ankunft in Cöln 1909) ist nie mit seinem Luftschiff auf dem Butzweilerhof gelandet, weil der Butzweilerhof erst 1913 in Betrieb genommen wurde. Die Landung erfolgte vor der Luftschiffhalle in Bickendorf 2 km südlich.

12) Die zivile Luftfahrt begann 1921 mit der englischen Instone Airlines auf dem Butzweilerhof, nicht erst 1926.

13) Eine Zeppelin-Luftschiffhalle hat es nie gegeben. In eine Luftschiffhalle kann jedes Luftschiff einfahren. (Zeppelin ist ein Luftschifftyp wie z.B. Parseval, Siemens-Schuckert, Clouth, Groß usw.)

14) In Cöln hergestellte Luftschiffe wurden direkt bei der Firma Clouth (damals Nippes, Xanternerstr. oder vor der Luftschiffhalle in Bickendorf getestet.)

15) Nicht der Flughafen Köln Butzweilerhof ist der größte Flughafen (256 m) nach Tempelhof, sondern Stuttgart Böblingen mit 308 m.

16) Nicht die Fliegerstation Butzweilerhof (Dienstbeginn 1913) war die erste Flugschule der Preussen sondern Berlin-Johannisthal (1909).

17)
Maximilian Hantelmann war Flughafendirektor ab 1926. In der Fliegerstation gehörte er zum fliegenden Stammpersonal.

18) Die Atlantikflieger Köhl und von Hünefeld haben nie auf dem Butzweilerhof für ihren bekannten Atlantikflug geübt. Das Unternehmen wurde von Hugo Junkers gesponsert. Somit starteten die beiden Atlantikflieger zu ihren Lngstreckenflügen vom Jukers-Werksflugplatz in Dessau. Erst später, nach dem geglückten Atlantikflug, kamen von Hünefeld und Köhl auch nach Köln.


Vielen Dank
Werner Müller
 
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