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     Volksflugtag 1934
 
Anzeige zum Volksflugtag 1934Flugtag Köln Butzweilerhof 1934








In den 20er und 30er Jahren waren Flugtage beliebte Veranstaltungen mit hohen Besucherzahlen. Die Luftfahrt war noch sehr jung und die Luftfahrtbegeisterung entsprechend groß. So wurden überall in Deutschland bzw. ganz Europa Flugtage mit abwechslungsreichem Programm angeboten.

Auch für 1934 war wieder ein Flugtag in Köln geplant. Eigentlich sollte der Flugtag auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof bereit am 5. August statt finden. Wegen des Todes von Paul von Hindenburg wurde das Ereignis aber in den September verschoben. So fand der Volksflugtag auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof am 2. September 1934 statt. Die NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ (KdF) des Gau Köln-Aachen veranstaltete in Verbindung mit der Flieger-Ortsgruppe 1, Köln des Deutschen Luftsport-Verbandes (DLV) den ersten Gau-Volksflugtag.
 



Anfahrt zum Flugtag auf dem Butzweilerhof










Auf der hier abgebildeten Karten sehen Sie, wie umfangreich die Planung für diesen Flugtag war. Immerhin rechnete man mit ca. 200.000 Besuchern.

Bitte bewegen Sie den Cursor über die Karte um die unterschiedlichen Zufahrtsstraßen besser erkennen zu können.
 
   

In Köln waren die Lage des Flugplatzes am Butzweiler Hof und die Verkehrsverhältnisse so ungünstig, daß in früheren Jahren niemand das unternehmerische Risiko hatte übernehmen wollen. Nun aber trat 1934 die Gauleitung der nationalsozialistischen Partei als Veranstalter auf. Es war kaum zu glauben, aber sie brachte in Köln tatsächlich fast eine viertel Million Menschen auf die Beine. Direkt neben dem Flugplatz führte eine Eisenbahnlinie vorbei, und hier baute man für diesen einen Flugtag sogar einen provisorischen Bahnhof! Ab Mittag traf alle fünf Minuten ein Sonderzug ein.
Mir ist heute noch unerklärlich, wie der An- und Abmarsch von 250000 Besuchern so einwandfrei funktionieren konnte. In einem Rahmenprogramm war ich für einen Flug verpflichtet worden. Natürlich hatte man unter Hinweis auf meinen großen Erfolg in Paris wochenlang vorher Reklame gemacht. Entsprechend hoch waren die Erwartungen der teilweise von weither angereisten Zuschauer. Wenn man sieben Jahre lang Schauflüge ausgeführt hat, verfügt man über große Erfahrungen, weiß, worauf es ankommt und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen. Ich wußte, wie ich den Kontakt zu den Zuschauern herstellen konnte, und während meines Fluges riß diese Verbindung nicht mehr ab. Meine Vertragspartner hatten dafür zu sorgen, daß während mei-nes Fluges kein anderes Flugzeug über oder in der Nähe des Platzes war. Musik und sonstige Übertragungen, die sich nicht auf meinen Flug bezogen, hatten, solange ich in der Luft war, zu unterbleiben. Wurden die vereinbarten Bedingungen nicht erfüllt, startete ich nicht. Im Gegensatz zu einem Wettbewerbsflug, bei dem ich an die Ausschreibungsbedingungen und die Jury dachte, flog ich beim Schauflug nur für das Publikum. Bei diesen Flügen fühlte ich mich frei, losgelöst, sozusagen in einer anderen Welt, wie in einem Rausch. Für mich war ein programmierter Kunstflug vor einer er-wartungsvollen Menschenmenge so etwas wie rhythmische Musik. Mein Flug hinterließ unterschiedliche Eindrücke. Sie spiegelten sich in den Presseberichten wider: »Man sah kühne Luftakrobatik! — Ein Spiel mit der Gefahr und dem Leben! — Virtuose Beherrschung eines Flugzeugs! Nach der Landung wachte er auf aus einer scharfen Konzentration!«

Quelle: "Meine Bahn am Himmel" Gerhard Fieseler, 1979




Im Rahmen des Programm trat auch der Kunstflugweltmeister Gerhard Fieseler an. Für Fieseler sollte dies ein besonderer Tag werden. Hier auf dem Butzweielrhof trat er 1915 seinen Dienst in der Fliegerstation Cöln Butzweilerhof als Flugzeugmonteur an. Nach diesem Flugtage würde er als Kunstflugweltmsiter öffentlich noch einmal auf dem Flugtag in Frankfurt auftreten, um dann seine Karriere als Kunstflieger zu beenden. Zu dieser Zeit hatte er seine Firma soweit, dass er ich der Aufgabe als Flugzeugbauer ganz widmen konnte.

Diesen Flugtag in Köln beschreibt er auch in seinen Erinnerungen "Meine Bahn durch den Himmel".








Flugtag 1934 Köln Butzweilerhof
 




Circa 250.000 Besucher befanden sich nach Schätzung des Kunstflugmeisters Gerhard Fieseler auf dem Butzweilerhof. Die Veranstaltung war in jeder Hinsicht ein voller Erfolg.
Der Fotograf steht süd-westlich der Halle 1.
Im Bildhintergrund von links nach rechts: Die R-Halle, Halle III, der Verkehrsturm, die Halle 2 die als Abfertigungsgebäude des Flughafens Köln fungierte und die Halle 1 in der die Sportflieger untergebracht waren.
(Bitte bewegen sie den Cusor über das Foto.)
    
 Flugtag 1934 Köln Butzweilerhof
 
  
Das Programm umfaßte alle Luftsportarten.
1. Luftturnier von Flugzeugen
2. Kunstfliegen von drei Flugzeugführern
3. Segelflugmaschinen im Flugzeugschlepp, dabei Segelkunstfliegen von drei Segelflugzeugen
4. Europameisterin Liesel Bach im Kunstflug
5. Massenfallschirmabsprünge aus fünf Klemm-Maschinen
6. Vorführungen des Luftakrobaten Oskar Dimpfel
7. Kunstflugdarbietungen von Dipl.-Ing. Emil Kropf und Weltmeister Gerhard Fieseler.


Der Luftakrobaten Oskar Dimpfel führte an einem Gerüst unter dem Flugzeug diverser Turnübungen durch.



    
Flugtag 1934 Köln Butzweilerhof




Am Vormittag wurden 1.000 Freiflüge über Köln verlost. Aus den im Vorverkauf gelösten Karten wurden die Gewinner gezogen, die Nummern wurden im Westdeutschen Beobachter veröffentlicht bei einem Unkostenbeitrag von 30 Pfennig.

Auf diesem Foto kehrt wahrscheinlich gerade eine Ju 52 mit Freifluggewinnern zurück zum Butzweilerhof oder fliegt eine Platzrunde.








   
 Flugtag 1934 Köln Butzweilerhof
 
 
 
 
Für auswärtige Teilnehmer wurden von der Deutschen Reichsbahn Sonderzüge eingesetzt. Diese Züge endeten sowohl am Hauptbahnhof Köln als auch am Bahnhof Longerich. Vom Kölner hauptbahnhof fuhren Busse in Richtung des Butzweilerhofs. Vom Longericher Bahnhof gingen die Besucher zu Fuß zum Flughafen.
Insgesamt eine beachtliche logistische Leistung die an diesem Tag durchgeführt wurde.

   
   

  
Flugtag 1933  Flugtag 1935 
 
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