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     Graf Zeppelin in Köln
 
 
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Nachdem Köln auf höchsten Erlass von Kaiser Wilhelm zum Reichsluftschiffhafen ernannt wurde, fehlten nur noch die Luftschiffe. Die Luftfahrt steckte noch in den Kinderschuhen, deshalb entschied man sich unterschiedliche Luftschifftypen zu erwerben und in Köln in dem neun Luftschiffhafen Cöln-Bickendorf zu prüfen. Auf dieser Seite Internationale Luftfahrtausstellung Frankfurt 1909können Sie den Tag miterleben, an dem Graf Zeppelin sein Luftschiff in Köln an den Festungskommandanten General von Sperling übergab. Für Köln war dies ein unbeschreibliches Ereignis. Zum ersten Mal erschien ein Luftschiff über Köln.
Graf Zeppelin in Köln
Graf Zeppelin erreicht mit seinem Luftschiff Z II aus Frankfurt, von der ILA kommend, Köln und flog über Deutz und Mülheim zwei Mal um den Dom, um dann Richtung Luftschiffhalle Bickendorf zu fahren. An diesem Tag standen die Kölner auf den Dächern. Schließlich handelte es sich um die neuste Luftfahrttechnik - ein noch nie dagewesenes Ereignis.


Am Donnerstag, den 5. August 1909 erschien das Zeppelin-Luftschiff LZ 5 gegen 10:24 Uhr, von Graf Zeppelin selbst gesteuert, über Köln und landete 10.34 Uhr vor der neuerrichteten Luftschiffhalle am Ossendorfer Weg.


           Hier lesen Sie hier die ganze Geschichte.
Luftschiff Zeppelin Z II
Die Maße des LZ 5 bzw. Z II waren: Länge: 136m, Durchmesser: 13m, Inhalt: 15 000 cbm.            
 

 
Z II auf der Überfahrt von Frankfurt nach Köln am 05.08.1909 über Burg Rheinstein
LZ 5 über Burg Rheinstein
Den ersten Versuch, das Luftschiff LZ 5 von der Frankfurter ILA 1909 nach Köln zu überführen, startete Graf Zeppelin und die siebenköpfige Besatzung am Montag, den 2. August 1909. Obwohl Meteorologen ein Gewitter vorhersagten, entschloss sich Graf Zeppelin die Fahrt zu wagen, um noch vor dem Gewitter Köln zu erreichen. Die Fahrleitung übernahm Graf Zeppelin persönlich. Der spätere Zeppelinkapitän Graf Zeppelin auf der Überfahrt  von Frankfurt nach Köln in der Gondel von Z IIGeorg Hacker stand am Seitenruder. Der Konstrukteur der Zeppelin, Ludwig Dörr, kontrollierte das Höhenruder. Insgesamt waren acht Mann an Bord.

Mit einer Geschwindigkeit von ca. 35 km/h und einer Höhe von ca. 100 m, steuerte das Luftschiff über Mainz, Bingen und den Mittelrhein seinem neuen Heimatluftschiffhafen zu. Alle Dörfer und Städte, die das Luftschiff überflog, waren mit Fahnen geschmückt. Begleitet wurde diese Reise von Jubelrufen, Sirenengeheul und Böllerschüssen. Der alte Graf wurde nicht müde der begeisterten Bevölkerung mit seiner weißen Mütze zuzuwinken. Bei Boppard verfinsterte sich der Himmel und ein Gewitter zog herauf. Das leichte Schiff schwankte stark und so kam es auf Grund des starken Gegenwinds nur noch zu einer Geschwindigkeit von ca. 10 km/h. Um nicht von einem Blitz getroffen zu werden, versuchte die Besatzung das Schiff möglichst tief, unter der Gipfelhöhe der umliegenden Berge, nach Norden zu steuern. Hinter Koblenz lag das Zentrum des Gewitters. Hagelkörner bedeckten den Boden der Gondel. Bei Erpel und Sinzig klärte es auf, aber der Gegenwind blies so heftig, dass an eine Fahrt nach Köln nicht mehr zu denken war. Die schwachen Dieselmotore kamen gegen das Gewitter nicht an. Und so entschloss man sich für die Rückkehr nach Frankfurt - diesmal mit 120 km/h.
In Frankfurt konnten die kleine Schäden, die der Sturm dem Luftschiff zugefügt hatte, behoben werden.
deutscher Luftschiffermarsch
Sturmfahrt von Graf Zeppelin über dem Rhein von Frankfurt nach KölnNatürlich waren alle Zuschauer zwischen der Loreley und Cöln enttäuscht. Schließlich war das Jahrhundertereigniss schon lange vorher angekündigt worden und ein entsprechender Empfang des Luftschiffs in jedem Ort an der Strecke vorbereitet worden. Es wurden Fahnen aufgehängt, die Schätzen waren angetreten, Schulkinder hatte Aufstellung genommen, Betriebe hatten wahrscheinlich ihrer Belegschaft frei gegeben und auch aus den umliegenden Städten und Dörfern waren Zuschauer an den Rhein gekommen. Nach der Absage war dieser Aufwand nun umsonst. Nur eine Gruppe freut sich - die Schulkinder. Denn wenn der Zeppelin zum zweiten Mal kommen wird, würde es wieder Schulfrei geben.....
Ankunft von Zeppelin Z II in Cöln
Drei Tage später, am Donnerstag den 5. August 1909, war es dann endlich soweit. Nachdem sich der dichte Morgennebel aufgelöst hatte, zeichnete sich ein schöner Tag ab. Der zweite Versuch, das Luftschiff von Frankfurt nach Köln zubringen, konnte gestartet werden.
Zeppelin Z II über Schloss Bensberg
Zeppelin LZ 5 am 5. August 1909 über dem Bensberger Schloss.
Auf der gesamten Rheinstrecke bot sich wieder das gleiche Bild wie vor drei Tagen: Menschenmengen die dem Luftschiff und seinem Konstrukteur zujubelten; Schiffe die durch Sirenengeheul das Luftschiff grüßten und Böllerschüsse. Am Deutschen Eck in Koblenz hatten sich bereits am frühen Morgen eine riesige Menschenmenge versammelt, um das moderne Luftschiff auf dem Weg nach Köln zu sehen.
In Köln hatten Telegraphen bereits die Ankunft von Graf Zeppelin und seinem Luftschiff LZ 5 angekündigt.

Am Himmel über Köln erschien am 5. August 1909 zum ersten Mal ein Zeppelin.
 
Zeppelin Z II am 05.08.1909 über dem Kölner Dom
 
Leider ist das freie Panorama rund um den Dom durch den Krieg und die Nachkriegsbebauung verloren gegangen.
 
 
 
Bei vielen der hier gezeigten Fotos habe ich Ausschnittsvergrößerungen gemacht um Details zu zeigen.

Bitte bewegen Sie den Cursor über die Fotos um diese interessanten Einzelheiten zu sehen.
 
Zeppelin Z II über Köln-Deutz am 05.08.1909 LZ II über dem Kölner Dom
 

 
Zeppelin Z II  über dem Kölner Dom am 05.08.1909Wie Sie auf den hier veröffentlichten Bildern sehen, standen die Kölner auf den Dächern ihrer Häuser, um dieses Ereignis besser mitzuerleben. Natürlich waren auch alle Plätze, Brücken und das Rheinufer von Menschenmengen besetzt. Sogar die Kinder hatten schulfrei. Wenn Sie den Cursor über die Fotos bewegen, sehen Sie die flugbegeisterten Kölner.
Der Grund für diese Begeisterung lag einmal in der Ankunft des berühmten Grafen von Zeppelin, der als Pionier der Luftfahrt in Deutschland geschätzt und verehrt wurde. Vor allem hatten auch die Kölner einen Beitrag in die "Reichsluftfahrtspende" eingebracht, um dem Grafen seine Arbeit wieder zu ermöglichen.
Zum anderen lag dies natürlich auch in der Begeisterung für diese neue Technik. Noch nie wurde vorher am Kölner Himmel ein so großes Objekt beobachtet.
Über mögliche Unfälle bzw. Abstürze ist z. Zt. nichts bekannt, aber die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass es zu Unfällen und Abstürzen gekommen ist.
  
LZ II über dem Kölner DomDie Kölner bewundern Graf Zeppelin und sein Luftschiff über dem Kölner Dom
LZ II über dem Kölner Dom.
 

LZ II über dem Kölner Dom, Menschenmengen auf den DächernLZ II über Köln, Menschenmengen auf den Dächern
LZ II im Anflug auf den Reichsluftschiffhafen Cöln-Bickendorf
       

LZ II über Köln auf dem Weg zum Luftschiffhafen nach Köln-Bickendorf, Menschenmengen auf den DächernLZ II über Köln, Menschenmengen auf den Dächern
Die Kölner standen in der ganzen Stadt auf den Dächern um das Luftschiff besser sehen zu können.
      


Postkarte eines US-Amerikaners nach Essex Conneticut USA zur Ankunft von Graf Zeppelin in Köln

















































Mr. N. G. Post

Essex
Conneticut
USA

Köln August 6. 1909
Wir waren auf
dem Dach des Hotels, als diese große Flugmaschine vorüber flog und etwa fünfhundert Meter über uns, eine Menge Lärm machend, einmal um die Stadt kreiste um dann zurück zu kehren aufs Land zur eigenen Station. Konnte zehn Leute in den Booten unter der Maschine sehen, die heute morgen von Frankfurt kam, einhundertzwanzig Meilen weit weg. Die Flugmaschine ist über vierhundert Fu߸ lang und als sie vorbei flog war das ein großartiger Anblick.
"Alles" Gute Cork 





Da es sich um ein Großereignis handelte, hatte sich rund um den Luftschiffhafen eine große Menschenmenge versammelt, um Graf Zeppelin und sein Luftschiff zu begrüßen. Neben verschiedenen Buden, um eine Kleinigkeit essen zu können, gab es auch Kinderkarussel und andere Belustigungen.
Das Gelände war in verschiedene Sektoren abgesperrt. Je nach Art der Eintrittskarte kam man näher an den Luftschiffhafen heran. Der Zugang wurde durch Soldaten kontrolliert.

Frau Pöttgen, die Tochter des Ehrenfelder Bauunternehmers Stephan Pöttgen, der mit seiner Firma am Bau der Luftschiffhalle 1909-07-00 Ende beteiligt war, berichtet Heribert Suntrop später von diesem Ereignis:
„Vater war als Ehrengast mit der ganzen Familie schriftlich eingeladen. Wir zogen uns festlich an und machten uns auf den Weg zum Luftschiffgelände. Unterwegs trafen wir auf immer mehr Menschen, die dasselbe Ziel hatten, aber von den nun auftauchenden militärischen Kontrollposten nicht mehr weiter durchgelassen wurden. Bei Ansicht von Vaters Einladung salutierten sie freundlich – wir durften durch bis an die Luftschiffhalle zu den Honoratoren der Stadt und den hohen geladenen Offizieren.
Vater unterhielt sich angeregt mit einigen bekannten Herrschaften, als plötzlich jemand angerannt kommt und ihm zuruft: „Herr Pöttgen, Herr Pöttgen! Die Tore gehen nicht auf. Kommen Sie schnell, gleich landet der Zeppelin“. Mein Vater in seiner ruhigen Art antwortet „Ja, ich komme mit, nur mit der Ruhe.“ Wir gucken gespannt zur Luftschiffhalle und nach kurzer Zeit öffnen sich die Tore weit. Vater hat auch das wieder in seiner kühlen Besonnenheit geschafft. Die befürchtete große Blamage war abgewendet.
Im Laufe des Nachmittags in fröhlicher Runde lud Vater leichtsinnigerweise einige Offiziere zu uns Nachhause ein. Mutter traf der Schlag, als sie davon erfuhr, denn sie hatte „nichts im Haus“. Notgedrungen beauftragte sie mich in unserem Lebensmittelladen „hinge eröm“ – es war ja schon spät und die Geschäfte waren geschlossen - einiges einzukaufen, gekochten Schinken, Brot, Butter usw.
Vater musste später eine „Gardinenpredigt“ über sich ergehen lassen. Er hatte die Hausfrau in arge Verlegenheit gebracht.“
 
Luftschiffhafen Köln Bickendorf
In der Zwischenzeit wurde der Zeppelin von einer großen Menschenmenge an der neuen Luftschiffhalle in Bickendorf erwartet. Zu den Gästen gehört neben dem Oberbürgermeister von Köln, Wallraf, auch der Kölner Kinderchor und der Kölner Männergesangsverein.



LZ II im Anflug auf die Luftschiffhalle Köln Bickendorf
Z II fährt von Norden am Landeplatz ein. 
   



Lenkballon in Köln Bickendorf neben der Luftschiffhalle
Um Platz für dieses große Schiff zu schaffen, hatte man die anderen Lenkballone etwas seitwärts abgestellt.  


Die Militärkapelle beim Ankunft von Graf Zeppelin mit Z II in Köln-Bickendorf














 
Kurz nach halb 11 Uhr traf Z II von Norden über Ossendorf und den Bauernhof Butzweiler (den späteren Flugplatz Butzweilerhof) kommend, an der Luftschiffhalle ein.
Bei der Landung halfen zwei Kompanien des neu  gegründeten Luftschifferbataillons 3.
Ca. 50 Meter über dem Landeplatz fielen die Haltetaue  zu Boden mit denen das Luftschiff zu Boden gezogen wurde. Begleitet wurde das Unternehmen von Hoch- und Hurrarufen der Menschenmenge. Zusätzlich zu den Haltemannschaften ließ es sich sowohl Offiziere als auch Damen aus dem Publikum nicht nehmen, das Luftschiff in die Halle zu ziehen.
 





















Dass sogar die disziplinierten preussischen Soldaten bei der Landung des Luftschiffes ihre Aufgabe vergaßen sehen Sie, wenn Sie den Cursor über das rechte Foto der Blaskapelle bewegen. 
 











Begrüßung der Besatzung von Zeppelin Z II in Köln vor dem Reichsluftschiffhafen
Wenn Sie den Cursor über das Bild bewegen, können Sie den Fotografen erkennen, der das Foto auf der rechten Seite gemacht hat.



    







Graf Zeppelin und General von Sperling in Köln Bickendorf
Graf Zeppelin wird vom Festungsgoverneur der Festung Cöln, General von Sperling (Schwiegersohn von Paul von Hindenburg), begrüßt.
Rechts: Automobile die den Grafen in die Stadt bringen werden.







 
Der Graf wurde noch an Bord von Oberbürgermeister Wallraff und dem Kommandanten der Festung Köln, General Sperling, begrüßt.
Anm. ca. zwei Wochen (22. Juli) vorher wurde Konrad Adenauer zum Ersten Beigeordneten und somit Ersten Stellvertreter gewählt.

Der Kommandeur der Festung Köln, General von Sperling, hielt eine patriotische Rede und Oberbürgermeister Wallraf überreichte Graf Zeppelin einen Lorbeerkranz mit Schleifen in den Farben des Reiches und der Stadt Köln. Der alte Graf dankte dem Oberbürgermeister, mit Tränen in den Augen, für die Ehrungen, ließ den Kaiser hochleben, der, wie er sagte, "die Gnade gehabt habe, ihm persönlich den Auftrag zu erteilen sein Luftschiff persönlich nach Köln zu überführen und es der Militärverwaltung zu übergeben.".
 





















Der Triumphweg von Graf Zeppelin  in Köln am 05.08.1909
Der Triumphzug des Grafen Zeppelin durch Cöln.
Danach spielte die Militärkapelle das "Kaiserlied" um danach das neue und beziehungsreiche Karnevalslied von Ostermann: „Et hät noch emmer, emmer, emmer jot jejange.un et jeht noch emmer joht!“, zu intonieren das dann alle mitsangen. Damit wurde auf die am 1909-08-02 mißglückte erste Fahrt von Frankfurt am Main nach Köln angespielt.
Der Männergesangverein Bickendorf huldigte den Grafen mit einer Hymne. Auch der Kölner Kinderchor begrüßte den Grafen mit dem Kinderlied vom „Zipp – Zapp - Zeppelin“
Nach dieser Begrüßung bildete sich ein improvisierter Festzug aus neun knatternden Automobilen zur Stadt. Im offenen Wagen sitzend und von einem Zug der Deutzer Kürassiere in Galauniform eskortiert (Bitte bewegen Sie den Cursor über das untere Bild.), steigerte sich der Korso auf den Ringstraßen vom Deutschen Ring bis zum Ubierring zu einer Triumpffahrt, die am Hafen vorbei zum Sassenhof führte. Hier ging die Fahrt am Heumarkt durch den wegen des Eucharistischen Kongresses (vom 04. - 08.08.) für den Einzug des Kardinals gebauten Triumphbogen zum Dom und dann über die festlich geschmückte Komödienstraße, den Gereonshof in das Haus des Abgeordneten Laué in der Herwarthstr. 31 um sich ein paar Stunden Ruhe zu gönnen.

Deutzer Kürassiere eskortieren den Festzug für Graf Zeppelin
Der Graf wurde auch in der Stadt von einer begeisterten Menschenmenge begrüßt. Im Hintergrund links, einer der Deutzer Kürassiere in Galauniform, die die Ehreneskorte stellten. 

 

 
Restaurant "Zur ewigen Lampe"
In der Zwischenzeit wurde die Besatzung von Z II im Gasthof "Ewige Lampe" fürstlich bewirtet. Während dieses Festessens wurde der Gasthof von den Kölnern geradezu belagert. Die begeisterten Kölner brachen jedesmal in Hochrufe aus, wenn sich einer der Zeppelinmänner am Fenster zeigte.
 








Am Abend war Graf Zeppelin Gast im Offiziers-Kasino der Kaserne am Neumarkt (an der jetzigen Zeppelinstraße). Kölner Bürger vor dem Gebäude jubelten dem Grafen zu, als er sich auf dem Balkon zeigte. Er winkte einen einfachen Mann aus dem Volke zu sich auf den Balkon und bedankte sich bei ihm mit bewegenden Worten für die nach der Katastrophe in Echterdingen vom 5. August 1908 durch die Nationalspende zusammen gekommene Summe von 6 096 555 Mark, die ihm den Weiterbau von Zeppelin-Luftschiffen nach der Zerstörung von LZ 4 im Vorjahr ermöglichten.

Herwarthstr. 31 Gastwohnung von Graf Zeppelin
Der Graf nahm im Hause Herwarthstr. 31, bei dem Rechts-Beigeordneten der Stadt Köln, Herrn Walter Laué, Quartier.
Hinweis: Eine Inschrift an diesem Haus erinnert noch heute an dieses Ereignis. Die Inschrift lautet: 
"Anläßlich seines ersten Besuches in Köln mit seinem lenkbaren Luftschiff LZ 2, am 5.8.1909 nahm Graf Zeppelin
in diesem Hause Wohnung."













Straßenschild Zeppelinstr am Neumarkt
Die Neumarkt-Kaserne, in der der Empfang für Graf Zeppelin statt fand, wurde 1910 abgerissen. Zu Ehren von Graf Zeppelin und um an dieses Ereignis zu erinnern, wurde die neue Straße am Neumarkt "Zeppelinstr." benannt. 




















In der Zwischenzeit konnten die Kölner "ihr" Luftschiff bestaunen. In der Zukunft sollte sich dort am Wochenende ein lebhafter Ausflugstourismus entwickeln. Neben Würstenbuden und Eisverkäufer kamen auch Karussels, Zauberkünstler und andere Attraktionen. Natürlich gab es auch diverse Postkartenfotographen die die Luftschiffhalle ablichteten. Diese Postkarten konnten natürlich von jedem gekauft und in alle Welt geschickt werden.

In dem Zusammenhang ist es auch eine nette Anekdote der Geschichte, dass der Standort dieser Luftschiffhalle (Länge 152 m, Breite 50 m, ca. Höhe 30 m auf freiem Feld im Nord-Westen der Stadt) vom preussischen Militär als geheim eingestuft wurde.

einfahren des Zeppelin in die Luftschiffhalle Köln. Im Vordergrund Deutzer Kürassiere.
Ein Bild aus einer späteren Zeit.
Das Einfahren von Z II in die Bickendorfer Luftschiffhalle.
  
LZ II am Liegeplatz in der Luftschiffhalle  Köln Bickendorf
Z II am Liegeplatz 

 


 
Georg Hecker Luftschiffkapitän  
Kapitän Georg Hacker 
Die Erinnerungen des Kapitän Georg Hacker an die Übergabe von Z II in Köln aus dem Buch
"Die Männer von Manzell"

Mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societät.

Am 5. August, dem Jahrestag von Echterding, war Z II fahrbereit für die Abnahmefahrt nach Köln. Wir trafen etwas zu früh ein, bei günstigem Wetter manövrierten wir über Köln.

Um 10 Uhr 42 überfuhren wir in 460 Meter Höhe die Bickendorfer Militärluftschiffhalle. An der Westseite war das große Einfahrttor geöffnet. Darunter war der weite Landungsplatz vom Militär abgesperrt. Hinter der Mannschaftskette hatten sich Tausende von Zuschauern gesammelt. In der Mitte des Platzes stand der Landungstrupp angetreten, streng ausgerichtet wie die auf dem Dache der Halle wehende Flagge nach Osten. Zum Einbringen des Luftschiffes war der Wind günstig.
 

Um 11 Uhr 34 bei 20 Grad Wärme und 50 Meter Bodenhöhe erfolgte die Landung glatt. Z II wurde von Soldaten und Ehrengästen in die Halle gebracht. Viele Offiziere und Damen hatten die Gondeltaue besetzt. So glich das Einbringen des Schiffes mehr einem von Jubel begleiteten Triumphzug als einem militärischen Manöver. Das Deutschland-Lied wurde gespielt. In der mächtigen Halle brauste und widertönte es gewaltig. Danach hielt der Gouverneur der Festung Köln; General der Infanterie von Sperling, eine Ansprache an unseren Grafen von einem erhöhten Platz seitwärts der Gondel:
„Ich habe das große Glück, Eure Exzellenz hier im Namen der Garnison Köln begrüßen zu dürfen und aus Ihren Händen dieses Luftschiff entgegenzunehmen. Sie haben am Montag eine schwere Fahrt gehabt im Kampf mit den Elementen. Heute haben Sie das Schiff glücklich hierhergebracht bei dem herrlichen Sonnenschein. Ich kann Ihnen versichern, als sie näher kamen, schlugen die Herzen immer höher, und jeder hatte das Bewusstsein, heute fängt eine neue Epoche in der Entwicklung des menschlichen Geistes an. Ich übernehme hiermit auf Allerhöchsten Befehl dieses Schiff und verspreche, solange es uns seine Majestät lässt, es treu zu bewahren. Wenn es aber der Ernst verlangen sollte, dann wird es, des sind wir alle gewiß, seine Aufgabe voll und ganz erfüllen. Nun habe ich Ihnen, Eure Exzellenz, noch persönlich dafür zu danken, dass sie die Mühe und Arbeit nicht gescheut haben, und das Luftschiff persönlich hierherzuführen. Für diesen Dank fehlen mir die Worte. Der Dank ist Ihnen von den Rheinländern auf der Fahrt hierher bereits durch stürmischen Jubel zuteil geworden, und Sie werden den Dank der Kölner erfahren, wenn Sie jetzt hineinfahren in die altehrwürdige Stadt Köln. Wir aber, die wir das große Glück hatten, Eure Excellenz hier zuerst begrüßen zu können, rufen begeistert aus: Seine Excellenz, General der Kavallerie Graf von Zeppelin, hurra, hurra, hurra!“

In das nichtendenwollende Hurrarufen der Menge drangen jetzt die Klänge der Musik ein, die „Wacht am Rhein“ spielte. Alles sang begeistert mit.

Nun trat der Oberbürgermeister von Köln, Wallraff, an die vordere Gondel heran und überreichte Seiner Exzellenz einen Lorbeerkranz mit folgenden Worten: „Heute, am Jahrestag von Echterding, begrüßt Sie, der durch so manches Missgeschick zu großen, schönen Erfolgen gelangt ist, als Bezwinger der Luft, die frohe und dankbare Stadt Köln.“

Exzellenz, den ich noch nie so tief berührt gesehen hatte, dankte mit Tränen in den Augen und sprach ungefähr folgendes: „Nach dieser herrlichen Begeisterung, muß ich vor allem meinen Dank zum Ausdruck geben, dass seine Majestät der Kaiser die Gnade gehabt hat, mir zu erlauben, mein Luftschiff selbst hierher zu führen, denn das ist für mich eine sehr hohe und große Genugtuung. Ich danke seiner Exzellenz, der mich im Namen der Garnison Köln so herzlich begrüßt hat, und dem Herrn Oberbürgermeister, der mir den Gruß der Stadt entboten hat. Ich danke Ihnen allen, die Sie hierher gekommen sind, mich hier zu begrüßen. Seine Majestät der Kaiser aber, der mir erlaubt hat, das Schiff hierher zu bringen , lebe hoch, hoch, hoch!“

Nach der Dankesrede des Grafen Zeppelin spielte die Musik „Heil Dir im Siegerkranz“ und danach ein Musikstück, dass von allen Anwesenden, Militär und Zivil, mit schalkhaft fröhlichen Minen mitgesungen wurde. Da ich diese Weise noch nicht kannte, fragte ich einen die Gondel haltenden Soldaten, was das für ein Lied sei. „Was, das kennen Sie nicht?“ erwiderte ein anderer Soldat, in dem ich einen General erkannte, der auch die Gondel festhielt. „Das ist der Kölner Karnevalsmarsch: Et hätt noch emmer, emmer, emmer jot jejange, un et jeht noch immer joht!“. Dabei lachte er mit dem ganzen Gesicht.
Das war fast wie ein Leitspruch für uns Männer von Manzell. Damit hatten wir es tatsächlich geschafft, mit der Zuversicht: Et hätt noch emmer jot jejange!

Z II wurde von der Heeresverwaltung übernommen. Hoffentlich blieb Hauptmann George sein Führer. Von Major Sperling hieß es, er sei schwer erkrankt, und die übrigen auf Z1 seinerzeit kommandiert gewesenen Offiziere besaßen noch nicht die notwendige Erfahrung.

Ich packte die dem Luftschiffbau gehörenden Kartenbücher usw. zusammen und gab sie zur Weiterleitung nach Friedrichshafen auf. Dann nahm ich meinen Handkoffer und verließ das Schiff, in dem ich über 2800 Kilometer in der Luft bei Sonnenschein, Nebel, Regen und Sturm zurückgelegt hatte. Ich sah es mir noch einmal von außen an, vom Bug bis zum Heck. Es war mir ans Herz gewachsen, wenn man das von einem solchen Riesending sagen darf! Aber dann dachte ich mir: Das nächste ist im Bau! Vorwärts!
 
 


Am nächsten Tag war in der Presse zu lesen:
 
Zeitung Zeppelin in Köln
 


 
 
 Zeppelin und seine neuen Nachbarn

Das Lied vom Zipp - zapp - Zeppelin

  1. Strophe 2. Strophe
  Zipp - zapp - Zeppelin,
seht, wie stolz rauscht er dahin,
unser Graf vonZeppelin,
wie rauscht er dahin.
Zipp - zapp - Zeppelin,
in der Gondel, vorne drin,
steht der Graf von Zeppelin
ganz aufrecht vorne drin.
Aus der Gondel winken Leute,
unten winkt man froh zurück;
denn alle feieren heute
uns´res Grafen Meisterstück.
Zipp - zapp - Zeppelin,
alle Welt schaut heut´ auf ihn,
auf den Grafen Zeppelin,
schaut die ganze Welt heut hin.
Zipp - zapp!
Zeppelin, zipp - zapp!


Zipp - zapp - Zeppelin,
überm Bodensee dahin
rauscht der neue Zeppelin
überm Bodensee dahin.
Zipp - zapp - Zeppelin,
was hat er wohl heut´im Sinn
unser Graf Zeppelin
was hat er wohl im Sinn?
Übers Meer hin will er reisen,
dieser kleine, große Mann.
er will allen jetzt beweisen,
was sein Luftschiff leisten kann.
Zipp - zapp - Zeppelin,
nimm den goldenen Lorbeer hin,
lieber Graf von Zeppelin,
nimm den goldnen Lorbeer hin,
Zipp - zapp! Zipp - zapp!
Zeppelin - zipp - zapp!

 






















Grafik Z II in den Wolken
  

Anmerkung:
Graf Ferdinand von Zeppelin besuchte bereits 1898 die „Cölner Ballon- und Gummiwarenfabrik Franz Clouth“ in Köln-Nippes und bestellte 18 große trommelförmige Ballons, die in Manzell am Bodensee in das Luftschiffgerippe des ersten „Zeppelin“ LZ 1 eingehängt und dort mit Wasserstoff gefüllt wurden.
 
 
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