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     Der Hubschrauberflughafen Köln

Der Hubschrauber-Flughafen an der Venloerstrasse
Blick vom Kölner Funkturm auf den Hubschrauberlandeplatz
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Die belgische Luftverkehrsgesellschaft SABENA richtete am Mittwoch den 11. Oktober 1950 auf der Strecke Brüssel-Lüttich-Maastricht-Köln einen Flugdienst ein. Diese Strecke diente als Zubringerstrecke der Luftlinie Brüssel-New York.
Start und Landeplatz: „Heliport“ an der Venloer Straße/Innere Kanalstraße.


Eine Hin- und Rückflugkarte kostete 72 DM. Die Flugdauer betrug 1 ½ Stunden.

Die Einnahmen bei ausgebuchten Plätzen deckten gerade die Hälfte der Betriebskosten.

Der Flugdienst war nur an Tagen mit gutem Wetter möglich, denn die Maschine flog nach Sicht. Vereitelte schlechte Witterung den Flug, dann beförderte die SABENA ihre Fluggäste mit der Eisenbahn 1. Klasse nach Brüssel.





Der Eingang des Hubschrauber-Flughafen Köln
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Die Flugzeit von Brüssel nach Köln betrug damals ohne Zwischenlandung 50 Minuten. Der Hubschrauber benötigte für diese Strecke im Durchschnitt ca. 240 Liter.



Leiter des „Heliport“ war Franz Knapp der auch Vorsitzender der „Notgemeinschaft ehemaliger Lufthanseaten“ war.
Nach einer anderen Quelle war der Leiter des Hubschrauberplatzes Venloer Straße der Belgier Armand Arend, der 1956, nach einer sechswöchigen kaufmännischen Ausbildung, als Bezirksleiter Köln/Bonn der SABENA nach Köln zurückkamm.
Durch diesen Flugdienst wurde das Passagieraufkommen in Wahn (Brüssel-Köln-München (oder - Hamburg?) stark vermindert.
Die SABENA sah sich bald gezwungen, den Flughafen Köln-Wahn ausschließlich mit Frachtmaschinen anzufliegen.






Das Gebäude von der Flugfeldseite gesehen.

Wie in den Wachbüchern der Kölner Feuerwehr zu lesen ist, kam es am Samstag den 19. Dezember 1959 in der Nähe des Flughafengebäudes zu einem Brand.
Nach der Feuermeldung rückte die Feuerwache der Berufsfeuerwehr Köln aus. Ein Übergreifen auf das aus Holz gebaute Flughafengebäude konnte verhindert werden.


Über den Erstflug gibt es unterschiedliche Angaben, da vorher eine größere Anzahl von Testflügen durchgeführt wurde.
Als möglichen Termin kommen folgende Daten in Frage:
Montag 24. August 1953
Dienstag 15. September 1953
Montag 5. Oktober 1953
Montag 2. November 1953



Am Anfang wurde diese Strecke mit den Hubschraubern von Typ
Sikorsky S 55 (7 Passagiere) und
S 58 (12 Passagiere),
später mit Vertol Modell 44b, beflogen.
 
Sikorsky S-55
Sikorsky S-55 im Anflug auf den Hubschrauberflughafen Köln an der Venloerstraße.



Das Nachfolgemuster der Vertol Modell 44b



Die Flugstrecke führte über Allee Verte nach Brüssel. Je nach Bedarf wurde diese Strecke auch nach Lüttich oder Maastrich ausgedehnt.
Innerhalb Deutschlands wurde zwischenzeitlich auch Duisburg, Dortmund  und Bonn angeflogen.

Der Außenminister von Belgien Paul Henri Spaak wartet in Köln auf den Rückflug nach Brüssel.



 
Am 19. Juni 1956 traf der belgische Außenminister Paul Henri Spaak, einer der Gründerväter der EU und Träger des Karlspreis sowie der Medal of Freedom, mit einem planmäßigen Hubschrauber der SABENA zu einem Blitzbesuch in Bonn auf dem Hubschrauberlandeplatz an der Venloer Straße ein.

Der Rückflug des Außenministers nach Brüssel war für die SABENA zugleich ein besonderes Jubiläum: zum 500. Male in diesem Jahr startete auf dem Kölner Landeplatz ein Hubschrauber im planmäßigen Luftverkehr.
Der kaufmännische Leiter des Bezirks Köln/Bonn der SABENA war zu dieser Zeit Armand Arend. Der Deutschland-Direktor der SABENA war ein Herr Beauvois.


 
Heliports der Sabena Helikopterlinie in Europa
  




Von Brüssel aus wurden die Flugplätze bzw. Heliports in Rotterdam, Antwerpen, Lille, Eindhoven, Maastricht, Lüttich, Luxemburg, Paris, Dortmund, Duisburg, Köln und Bonn angeflogen.

Am 26. Juni 1960 hatte die belgische Luftverkehrsgesellschaft die „Alten Adler“ der DLH eingeladen.
Aber auch der Nikolaus landete hier an der Venloerstrasse.
Mehr dazu im Kapitel: "Die Nikolausfeiern auf dem Butzweilerhof"




Nachdem die Lufthansa eine eigene Strecke Köln-New York eingerichtet hatte, nahmen die Passagierzahlen immer mehr ab. Der Flugbetrieb lohnte nicht mehr. Aus diesem Grund wurde der Hubschrauber-Flughafen Köln mit dem Abflug um 13:30 Uhr am 1. April 1966 geschlossen.

Franz Knapp der Leiter des Flughafens ging einen Monat später in den Ruhestand. Sein oft genannter Ausspruch war:
"Ich bin der einzige alte Lufthanseat, der einen eigenen Hubschrauberlandeplatz im Garten hat."
 
 
 










von links:
Flugleiter Franz Knapp, Bezirksleiter Armand Arend, der einzige und letzte Passagier Charles Field, Platzleiter Walter Schoppmann, Hosteß Anni Schifflers und Flugkapitän Jean Vanhomwegen.
Herr Charles Field, eine Angestellter des Luftfahrtministeriums in Frankfurt, war vorher noch nie im Hubschrauber geflogen.



Rechts: Hosteß Anni Winkler und ihre dreijährige Freundin Tatjana, die jeden Tag mit der Oma aus der nahen Ehrenstraße als Zaungast zu Besuch kam.
 

 
NORDSTERN KÖLN II
Schleicher Ka 2, Kz: D-5078, "Rhönlerche" mit Namen "NORDSTERN KÖLN II
Nach dem Ausfall des Hochleistungsseglers Mü 13E stand die Kölner Segelfluggruppe im Kölner Klub für Luftsport (KKfL) ohne eine Schulmaschine vor einer schweren Krise.

Dank einer großzügigen Unterstützung durch Generaldirektor Edgar Schnell von der Nordstern-Versicherung konnte eine Schleicher Ka 2, Kz: D-5078, - auch als Rhönlerche bekannt – für die Kölner Segelfluggruppe im Kölner Klub für Luftsport (KKfL) gekauft werden und im März 1966 auf den Namen „NORDSTERN KÖLN II“ getauft werden.
Die Taufe dieses vierten Seglers fand im Beisein von Prof. Dr. Ing. Heinrich Steinmann, Präsident des KKfL, OB Dr. Ernst Schwering, BM Theo Burauen und stellv. BM Edgar Schnell (Generaldirektor der Nordstern), Prälat Dr. Meinertz, Direktor Sampels (Sportamt), Liesel Bach, Arthur Delfosse und Jakob Möltgen auf dem Hubschrauberlandeplatz an der Venloer Straße durch Frau Thea Schnell statt.
Geweiht wurde die Maschine durch den Dozenten am Berufspädagogischen Institut, Rektor Jansen.
  

 
Der Flugplatz heute
 
Am eigentlichen Landeplatz befindet sich heute ein Basketballfeld mit vier Körben. Der Platz, auf dem sich das Flughafengebäude befand, wurde zu einem Tennisplatz mit Asphaltbelag umfunktioniert. Die gesamte Flugplatzanlage fällt nur noch durch die beiden Flächen und den diagonalen Weg auf, der die beiden Asphaltflächen miteinander verbindet.
 
 
Der Blick auf den Platz, an dem früher das Flughafengebäude stand. Im Hintergrund der ehemalige Landeplatz.
Der Verbindungsweg zur Landeplattform. Im Hintergrund der Landeplatz auf dem heute Basketballkörbe stehen.
 
Der Weg vom Platz des EMpfangsgebäudes zur ehemaligen Landestelle.
Die Hubschrauberlandeplattform. Heute befinden sich dort Basketballkörbe.
 
Der Blick von der Landeplattform in Richtung des ehemaligen Flughafengebäudes.
Der alte Weg vom Landeplatz zum Flughafengebäude.
 
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